Wie Sie den Gender Pay Gap berechnen: Formel, Beispiel und typische Vorgehensweise
Formel für die Berechnung des Gender Pay Gap
(Durchschnittsgehalt Männer − Durchschnittsgehalt Frauen) ÷ Durchschnittsgehalt Männer × 100
= Gender Pay Gap (%)
Beispiel:
Durchschnittsgehalt Männer: 60.000 €
Durchschnittsgehalt Frauen: 54.000 €
(60.000 € − 54.000 €) ÷ 60.000 € × 100
Gender Pay Gap = 10 %
Sie möchten Ihre nächsten Schritte zur Entgelttransparenz strukturiert planen?
Die Kienbaum Checkliste zur EU-Entgelttransparenzrichtlinie gibt Ihnen einen strukturierten Überblick über alle notwendigen Schritte und beantwortet folgende Fragen:
- Was muss ich bis wann und warum tun?
- Wie sieht es konkret aus?
- Wie setze ich es in der Praxis um?
Was ist der Unterschied zwischen unbereinigtem und bereinigtem Gender Pay Gap?
Mit der genannten Formel haben Sie den unbereinigten Gender Pay Gap berechnet.
Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht lediglich Durchschnittsgehälter nach Geschlecht. Der bereinigte Gender Pay Gap berücksichtigt zusätzliche Einflussfaktoren wie:
- Level
- Jobfamilie
- Betriebszugehörigkeit
- Alter bzw. Berufserfahrung
Ziel ist es, den Teil des Entgeltunterschieds sichtbar zu machen, der auch nach Berücksichtigung dieser Faktoren bestehen bleibt.
Die Aussagekraft Ihrer Gender Pay Gap-Analyse steht und fällt mit der Vergleichbarkeit Ihrer Daten
Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die richtigen Vergleichsgruppen zu bilden und die relevanten Einflussfaktoren korrekt zu berücksichtigen.
Denn bevor Sie einen Gender Pay Gap berechnen können, müssen Sie unter anderem klären:
- Welche Mitarbeitenden überhaupt vergleichbar sind bzw. welche Gruppen gleichwertiger Arbeit existieren
- Welche Entgeltbestandteile berücksichtigt werden müssen
- Wie Teilzeit, Boni oder Zulagen behandelt werden
Liegt ein bereinigter Gender Pay Gap über 5 %, müssen Unternehmen diesen durch objektive und geschlechtsneutrale Kriterien erklären können.
Sie möchten Ihre Gender Pay Gap-Analyse am liebsten gleich selbst mit eigenen Daten angehen?
Im rund 4-stündigen Gender Pay Gap-Analyse Workshop bereiten wir gemeinsam Ihre Vergütungsdaten auf, analysieren die Ergebnisse und zeigen Ihnen, welche Ursachen hinter möglichen Entgeltunterschieden stehen und welche Maßnahmen sich daraus ableiten lassen.
So starten Sie sicher in Ihr Entgelttransparenzprojekt und können alle weiteren Schritte selbstständig oder auf Wunsch auch von unseren Kienbaum Expert:innen begleitet durchführen.
Erhalten Sie Orientierung in unseren Webinaren
In unseren Webinaren, Deep Dives und monatlichen Live-Q&As erhalten Sie fachliche Impulse, sehen konkrete Anwendungsbeispiele und können Ihre Fragen einbringen.
Als Mitglied des Kienbaum Compensation Netzwerks bleiben Sie über die Formate und weitere Praxisinhalte auf dem Laufenden und tauschen sich regelmäßig mit anderen HR- und Compensation-Verantwortlichen aus.
Welche Daten benötigen Sie für die Gender Pay Gap-Analyse?
Mindestanforderung
- Geschlecht
- Gruppen gleichwertiger Arbeit
- Entgeltbestandteile
Zusätzlich sinnvoll
- Beschäftigungsgrad
- Wochenstunden
- Betrachtungszeitraum/Stichtag
- Ein- und Austrittslogik
Für die spätere Erklärung von Entgeltunterschieden
- Relevante Qualifikation
- Relevante Berufserfahrung
- Betriebs-/Positionszugehörigkeit
- Jobfamilie
In Projekten erleben wir immer wieder, vor welchen typischen Herausforderungen Unternehmen bei der Schaffung einer einheitlichen Datenbasis stehen. Denn Entgeltdaten liegen in verschiedenen Systemen, gleichwertige Arbeit muss erst noch definiert werden, es liegen veraltete Lohnarten vor, Voll- und Teilzeit sind nicht so einfach vergleichbar.
Typische Vorgehensweise zur Berechnung des Gender Pay Gap
Daten sammeln
Entgeltbestandteile strukturieren
Vergütungsdaten normieren
Analysedatensatz aufbauen
Gender Pay Gap berechnen
Die Berechnung des Gender Pay Gaps ist der einfache Teil. Die Herausforderung besteht darin, Entgeltunterschiede nachvollziehbar zu erklären.
Genau an diesem Punkt stoßen viele Unternehmen mit Excel und Einzelanalysen an Grenzen. Denn die Herausforderung besteht nicht nur darin, den Gender Pay Gap zu berechnen, sondern:
- die richtigen Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen,
- Einflussfaktoren nachvollziehbar zu berücksichtigen,
- Auskunftsanfragen vorzubereiten
- und Berichte effizient zu erstellen.
Je größer die Organisation, desto aufwendiger wird dieser Prozess.
Mit dem Pay Equity Tool analysieren Sie Gender Pay Gaps, verstehen deren Ursachen und erstellen die erforderlichen Berichte in einem System
Sie können:
- Gender Pay Gaps nach EU-Vorgaben berechnen
- Ursachen für Entgeltunterschiede systematisch analysieren, nachvollziehen und Einflussfaktoren berücksichtigen
- Szenarien simulieren und Maßnahmen planen
- Auskunftspflichten vorbereiten
- Berichtspflichten dank automatisierter Reports auf Knopfdruck erfüllen