Regressionsanalyse
Die Regressionsanalyse unterstützt Sie dabei, Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen systematisch zu untersuchen. Im Gegensatz zur deskriptiven Analyse berücksichtigt sie relevante Einflussfaktoren, die Entgeltunterschiede erklären können.
Was macht die Regressionsanalyse?
Die Regressionsanalyse zeigt, wie stark verschiedene Faktoren mit dem Entgelt zusammenhängen – zum Beispiel Standort, Positionszugehörigkeit oder Performance. Das Modell vergleicht alle Mitarbeitenden gleichzeitig und berechnet, welche Entgeltunterschiede durch diese Faktoren erklärbar sind.
Die verbleibende Differenz zwischen Männern und Frauen, die nicht durch objektive Merkmale erklärt werden kann, wird als bereinigte Entgeltlücke bezeichnet.
Wie bestimmen Sie, welche weiteren Faktoren Sie hinzufügen?
Orientieren Sie sich an Ihrer internen Entgeltgestaltung:
- Wie wird Entgelt aktuell in Ihrem Unternehmen festgelegt?
- Welche Faktoren bestimmen wesentlich die Entgelthöhe? Typischerweise zählen dazu
- Hierarchiestufe
- das Berufsfeld,
- die Berufserfahrung
- oder individuelle Leistung.
Wie bestimmen Sie die Güte des Modells?
Ein zentrales Maß für die Qualität der Analyse ist der sogenannte Adjusted R² -Wert. Er zeigt an, wie gut das Modell Entgeltunterschiede erklären kann.
Interpretation des Adjusted R²:
- Je näher der Wert an 1 liegt, desto besser erklärt das Modell Entgeltunterschiede.
- Steigt der Wert deutlich, trägt der hinzugefügte Faktor wesentlich zur Erklärung von Entgeltunterschieden bei.
- Bleibt der Wert unverändert, liefert der Faktor wenig zusätzliche Erklärungskraft.
Wie interpretieren Sie die Ergebnisse und wo sollten Sie genau hinschauen?
Ein negatives Vorzeichen der in der Tabelle dargestellten Zahl bedeutet, dass Frauen im Durchschnitt weniger verdienen als Männer.
Verändert sich die berechnete Entgeltlücke durch die Aufnahme weiterer Faktoren, liegt das daran, dass diese Faktoren unterschiedlich bei Frauen und Männern ausgeprägt sind und Vergütungsunterschiede erklären.
Verändert sich die Entgeltlücke durch die Aufnahme eines weiteren Faktors nicht, kann das mehrere Gründe haben:
- Der Faktor hat keinen Einfluss auf das Entgelt.
- Der Faktor ist zwischen Männern und Frauen ähnlich verteilt.
- Der Faktor hängt stark mit einem anderen bereits im Modell enthaltenen Faktor zusammen und bietet keine zusätzliche Erklärungskraft.
Wie bestimmen Sie, für welche Entgeltbestandteile Sie eine Regression durchführen?
Grundsätzlich empfehlen wir, für alle Entgeltbestandteile eine Analyse durchzuführen, damit Sie das bestmögliche Verständnis Ihrer potenziellen Entgeltlücken erzielen.
Eine Analyse ist besonders sinnvoll für Entgeltbestandteile, die
- vielen Mitarbeitenden gewährt werden
- regelmäßig und nachvollziehbar vergeben werden
- ausreichend variieren, um Unterschiede sichtbar zu machen
- Beispiele: Grundgehalt, variable Ziel- und Ist-Vergütung
Für andere Variablen ist eine solche Analyse jedoch weniger geeignet. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn nur sehr wenig Mitarbeitende diese Entgeltbestandteile erhalten oder wenn die Schwankungen dieser Entgeltbestandteile gering sind (z.B. bei einem definierten Spot-Bonus). In diesen Fällen empfehlen wir alternative Analysemethoden. Sprechen Sie uns gerne an.
